Stellenanzeige schreiben für Leute, die gerade nicht suchen
Eine Stellenanzeige schreiben heißt im Handwerk vor allem, einem zufriedenen Gesellen einen Grund zum Wechseln zu geben.
Wer eine feste Stelle hat, liest keine Aufgabenliste, die er aus seinem jetzigen Betrieb längst kennt. Hängen bleibt er an der einen Zeile, die zeigt, was bei diesem Betrieb im Alltag anders läuft.

Was in unseren Kampagnen vorn stand
- MultiProfil · MaschinenführerDer Bohrautomat, an dem gearbeitet wird100Bewerbungen
5 eingestellt - Kurt Buck Baugesellschaft · Zimmerei und BauÜber 100 Jahre am Ort, vierte Generation106Bewerbungen
10 Einstellungen - Gaugele · KältetechnikAnlagen, die eine ganze Ernte über den Winter bringen40Bewerbungen
Stelle besetzt
Aufbau und Inhalt einer Stellenausschreibung sind schnell geklärt: Titel, erster Satz, Arbeitsalltag, Angebot, Anforderungen, Gehalt und Bewerbungsweg.
Die eigentliche Arbeit liegt darin, für jeden dieser Teile den Satz zu finden, der nur auf den eigenen Betrieb passt. Hier steht, wie wir dabei vorgehen, wenn wir Stellenanzeigen für unsere Kampagnen erstellen.
Inhalt
- Warum viele Stellenanzeigen nur Leute erreichen, die ohnehin suchen
- Aufbau einer Stellenanzeige in sieben Teilen
- Wo der erste Satz einer Stellenanzeige herkommt
- Was in unseren Kampagnen als erster Satz gezogen hat
- Stellenanzeige in der Sprache der Zielgruppe schreiben
- AGG und (m/w/d): was in einer Stellenanzeige rechtlich gilt
- Gehalt in der Stellenanzeige: nennen oder weglassen?
- Fehler beim Stellenanzeigen schreiben
- Checkliste: Stellenanzeige prüfen, bevor sie online geht
- Wie die fertige Stellenanzeige zu Leuten kommt, die nicht suchen
- Fragen zum Schreiben einer Stellenanzeige
Warum viele Stellenanzeigen nur Leute erreichen, die ohnehin suchen
Viele Stellenanzeigen sind für Leute geschrieben, die ohnehin suchen. Oben steht der Betrieb, darunter die Aufgaben, dann ein langer Anforderungskatalog und ganz am Ende „Wir bieten“. Auf einer Jobbörse, auf der jemand zehn Anzeigen nebeneinander vergleicht, geht das noch. Der gute Geselle, der abends im Feed an der Anzeige vorbeiscrollt, entscheidet dagegen in der ersten Zeile, ob er weiterliest, und dort steht selten etwas, das ihn aus seinem jetzigen Betrieb holt.
Für den Betrieb bleibt die Stelle offen, und ihre Arbeit verteilt sich weiter auf die Mannschaft. Meist wird dann der Text umgeschrieben und neu geschaltet. Bei metallbau Heimsch lief die Metallbauerstelle sieben Monate lang auf Indeed und StepStone, jedes Mal mit einem anderen Text. Es kamen wenige Bewerbungen, und die passten fachlich fast nie.
Die 4-Tage-Woche, die der Betrieb seit 2023 hat, stand in keiner dieser Anzeigen. Als unsere Kampagne sie samt der Rechnung dahinter an den Anfang stellte, kamen auf dieselbe Stelle 157 Bewerbungen. Wie diese Rechnung aussieht, steht im Beitrag zur 4-Tage-Woche im Handwerk. Das stärkste Argument hatte der Betrieb die ganze Zeit, es stand nur nicht dort, wo ein Bewerber es liest.
Aufbau einer Stellenanzeige in sieben Teilen
Der Aufbau einer Stellenanzeige folgt den Fragen, die sich ein Bewerber beim Lesen stellt: Was ist das für eine Stelle, warum sollte ich wechseln, wie sieht mein Tag aus, was bekomme ich, passe ich, was verdiene ich und wie melde ich mich. In dieser Reihenfolge gehören die sieben Teile auch in die Anzeige.
- 01
Titel: Beruf, (m/w/d) und Ort
Die Berufsbezeichnung, die der Bewerber selbst benutzt, dahinter (m/w/d) und der Einsatzort. Ein Fantasietitel findet niemanden, denn ein Kältetechniker sucht nicht nach „Kälte-Held“. Ist der Beruf außerhalb der Branche kaum bekannt, erklärt der erste Satz die Arbeit, statt auf den Titel zu setzen.
- 02
Erster Satz: der Grund zu wechseln
Was bei diesem Betrieb im Alltag anders ist als beim jetzigen Arbeitgeber des Lesers: die Arbeitszeit mit Uhrzeit, das Fahrzeug, das Einsatzgebiet, die Maschine oder das Team. Ein einziger Grund, klar gesagt, bleibt eher hängen als fünf aufgezählte.
- 03
Arbeitsalltag statt Aufgabenliste
Wo gearbeitet wird, mit wem, an welcher Anlage oder auf welchen Baustellen, wann es morgens losgeht und wann Feierabend ist. Die Tätigkeiten seines Berufs kennt der Leser, neu ist für ihn nur, wie sie in diesem Betrieb aussehen.
- 04
Das Angebot als Tatsache
Statt „attraktiver Zusatzleistungen“ das, was sich im Gespräch nachprüfen lässt: Überstundenzuschlag, Firmenwagen, eigenes Werkzeug, die Weiterbildung zum Obermonteur. Jede Angabe, die eine Zahl oder eine Uhrzeit haben kann, bekommt sie.
- 05
Anforderungen: nur, was wirklich zählt
Gesellenbrief, Führerschein und Deutschkenntnisse, soweit die Arbeit sie braucht. Eine lange Wunschliste schreckt genau die ab, die fast alles davon mitbringen und sich nicht aufdrängen.
- 06
Gehalt: als Zahl oder bewusst im Gespräch
Wer das Gehalt nennt, nennt es als Stundenlohn oder Monatsspanne. „Überdurchschnittlich“ beantwortet die Frage nicht. Wer beim Lohn nicht mithalten kann, lässt ihn weg und stellt dafür nach vorn, was er stattdessen bietet.
- 07
Bewerbung: kurz, mit Namen und Rückruf
Ein Ansprechpartner mit Namen und Telefonnummer, eine Kurzbewerbung ohne Anschreiben und der Satz, wann sich wer meldet. Welche Fragen danach im Gespräch etwas zeigen, steht unter Fragen im Vorstellungsgespräch.
Wer die AIDA-Formel kennt, findet sie darin wieder: Aufmerksamkeit durch Titel und ersten Satz, Interesse durch den Arbeitsalltag, Verlangen durch Angebot und Gehalt, Handlung durch den kurzen Weg zur Bewerbung. Im Handwerk entscheidet der erste Satz, denn ohne einen Grund zu wechseln liest niemand bis zu den Anforderungen.
Wo der erste Satz einer Stellenanzeige herkommt
Der erste Satz einer Stellenanzeige steht selten dort, wo ein Betrieb ihn sucht. Fragt man, warum eine gute Fachkraft gerade hier arbeiten sollte, kommen fast immer dieselben Wörter: sicherer Arbeitsplatz, familiäres Team, modernes Werkzeug, Wertschätzung. Das stimmt meistens, und es steht genauso bei jedem Mitbewerber in der Region.
In den Onboarding-Bögen unserer Kunden steckt das stärkere Argument oft ein paar Fragen weiter unten, bei Arbeitszeiten, Rahmenbedingungen und Vergütung. Unten stehen Auszüge aus drei Bögen, sinngemäß und ohne Namen. Markiert ist, was wir an den Anfang einer Anzeige stellen würden.
Elektrobetrieb
Warum sollte eine gute Fachkraft bei Ihnen arbeiten?
Sicherer Arbeitsplatz, modernes Arbeitsumfeld, abwechslungsreiche Projekte, familiäres Team, Wertschätzung.
Welche Rahmenbedingungen bietet die Stelle?
Acht Stunden am Tag von Montag bis Freitag, keine Montage, Firmenfahrzeug, Smartphone und Tablet, 30 Urlaubstage.
Kfz-Werkstatt
Warum sollte eine gute Fachkraft bei Ihnen arbeiten?
Geregelte Arbeitszeiten, gegenseitige Wertschätzung, gute Bezahlung, modernes Werkzeug, sicherer Arbeitsplatz.
Welche Rahmenbedingungen bietet die Stelle?
40-Stunden-Woche, freitags um 15:30 Uhr Feierabend, Arbeitskleidung und Schuhe werden gestellt.
Fahrzeugbauer
Warum sollte eine gute Fachkraft bei Ihnen arbeiten?
Abwechslungsreiche Arbeit, Familienbetrieb mit Zukunft, Perspektive für jeden Mitarbeiter.
Welche Rahmenbedingungen bietet die Stelle?
Montag bis Freitag von 7:30 bis 16:30 Uhr, kein Schichtbetrieb, Überstunden mit 25 Prozent Zuschlag oder aufs Zeitkonto, Arbeitskleidung wird gestellt und gereinigt.
Daraus folgt eine einfache Arbeitsweise: erst die Tatsachen sammeln, dann den Satz schreiben. Welche davon für den gesuchten Beruf zählt, zeigt die Frage, warum Leute in diesem Beruf ihren Betrieb verlassen. Als Wechselgründe in ihrer Branche nennen uns Betriebe immer wieder geregelte Arbeitszeiten, weniger Montage und Reisetätigkeit, einen kurzen Arbeitsweg und ein besseres Arbeitsklima. Wer davon etwas Belegbares bieten kann, hat seinen ersten Satz.
Was in unseren Kampagnen als erster Satz gezogen hat
Als erster Satz einer Stellenanzeige ziehen in unseren Kampagnen Dinge, die Fachkräfte aus ihrem Alltag kennen: die Maschine, an der sie stehen, der Betrieb, in dem sie anfangen, die Verantwortung, die sie dort bekommen. Jede dieser Ansprachen lief für einen Beruf und stellte ein einziges Argument nach vorn.
Die Maschine beim Namen nennen
MultiProfil in Verl suchte ein halbes Jahr einen Maschinenführer für die Bohrabteilung, erst über StepStone, dann zusätzlich über einen Personalvermittler. Die neue Anzeige warb nicht mit Schlagworten, sondern mit dem Bohrautomaten. Wer ihn kennt, sieht sofort, ob die Stelle passt. 100 Bewerbungen auf diese Stelle, 5 Maschinenführer eingestellt.
Für jede Anlage eine eigene Anzeige
Aluminium Halbzeuge und Zuschnitte suchte vier Leute gleichzeitig, drei davon an völlig verschiedenen Anlagen. Jede Stelle bekam ihre eigene Anzeige mit der Maschine, an der gearbeitet wird, das Büro eine ganz andere Ansprache. Die Bewerbungen reichten von 44 fürs Büro bis 9 für die Wasserstrahlanlage, besetzt sind alle vier Stellen.
Den Betrieb hinter der Stelle zeigen
Die Kurt Buck Baugesellschaft in Bremervörde stellte nicht die einzelne Stelle nach vorn, sondern das Haus: über 100 Jahre am Ort, vierte Generation, alle Gewerke unter einem Dach. Das versteht der Zimmerergeselle genauso wie der Schulabgänger, der eine Ausbildung sucht. 106 Bewerbungen, 10 Einstellungen.
Verantwortung statt Größe
WAGNER Tiefbau suchte elf Monate einen Bauleiter und trat dabei gegen Konzerne an. Die Anzeige warb nicht mit Größe, sondern damit, dass ein Bauleiter in einem Betrieb mit gut 40 Leuten mitentscheidet, statt Vorgaben aus einer Zentrale umzusetzen. 22 Bewerbungen auf die Bauleiterstelle, der Bauleiter ist gefunden.
Die Arbeit erklären, wenn keiner den Beruf kennt
Bei B.O.E. Technik ging es um Elektroniker für Zweiwegefahrzeuge, einen Zuschnitt, den keine Ausbildung abbildet. Statt des Fachbegriffs zeigte die Anzeige, worum es geht: Fahrzeuge, die von der Straße auf die Schiene wechseln, und die Technik, die das möglich macht. 68 Bewerbungen auf diese Stelle, 3 eingestellt.
Die Nische als Argument
Gaugele suchte zehn Monate einen Mechatroniker für Kältetechnik, einen Beruf, um den Supermarktketten und Rechenzentren mit hohen Löhnen werben. Die Anzeigen zeigten, was die Arbeit dort besonders macht: Anlagen, die eine ganze Ernte über den Winter bringen. 40 Bewerbungen auf zwei Standorte, die Stelle ist besetzt.
Ausgangslage, Ablauf und alle Stellen stehen jeweils auf der Seite des Falls. Wie viele Bewerbungen für einen Beruf normal sind, zeigt unsere Auswertung Bewerbungen pro Stelle über 181 Kampagnen.


Stellenanzeige in der Sprache der Zielgruppe schreiben
Eine Stellenanzeige in der Sprache der Zielgruppe klingt so, wie in der Werkstatt oder auf der Baustelle geredet wird. Ein Geselle liest „Sie verfügen über fundierte Kenntnisse“ und denkt an ein Amt, nicht an einen Betrieb, in dem er gern arbeiten würde.
Ob die Anzeige duzt oder siezt, entscheidet der Ton im Betrieb. Wer in der Werkstatt alle duzt, darf das auch in der Anzeige tun, wer im Büro siezt, bleibt dabei. Wichtiger als die Anrede ist, dass jeder Satz laut vorgelesen in der Frühstückspause bestehen würde.
Eine Anzeige spricht dabei immer einen Beruf an. Wer Monteur, Bürokraft und Auszubildenden in einem Text sucht, schreibt für keinen von ihnen richtig, denn jeder entscheidet nach anderen Dingen.
AGG und (m/w/d): was in einer Stellenanzeige rechtlich gilt
Für eine Stellenanzeige gilt vor allem das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. § 11 AGG sagt knapp: „Ein Arbeitsplatz darf nicht unter Verstoß gegen § 7 Abs. 1 ausgeschrieben werden.“ Gemeint ist das Verbot, jemanden aus einem der Gründe aus § 1 AGG zu benachteiligen, also aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität. Bewerber gelten dabei nach § 6 AGG bereits als Beschäftigte.
Das (m/w/d) hinter der Berufsbezeichnung ist deshalb die übliche Form. Wörtlich schreibt das Gesetz den Zusatz nicht vor, aber eine Anzeige für einen „Monteur“ ohne Zusatz kann als Anzeige nur für Männer gelesen werden. Das d steht dabei, seit das Personenstandsrecht neben männlich und weiblich den Eintrag „divers“ kennt, § 22 Abs. 3 PStG.
Heikel sind in der Praxis weniger die großen Verstöße als die Nebensätze. „Für unser junges Team“ kann als Hinweis auf eine Benachteiligung wegen des Alters gelesen werden, „Deutsch als Muttersprache“ als Hinweis auf die Herkunft. Verlangt werden darf, was die Arbeit braucht: gute Deutschkenntnisse, wenn auf der Baustelle Sicherheitsanweisungen verstanden werden müssen, ein Führerschein, wenn gefahren wird. Eine unterschiedliche Behandlung ist nur zulässig, wenn ein Merkmal für die Tätigkeit eine wesentliche und entscheidende berufliche Anforderung ist, § 8 Abs. 1 AGG.
Das Risiko ist konkret. Lässt eine Anzeige eine Benachteiligung vermuten, muss nach § 22 AGG der Betrieb beweisen, dass keine vorlag. Ein abgelehnter Bewerber kann nach § 15 Abs. 2 AGG eine Entschädigung verlangen, die bei einer Nichteinstellung auf drei Monatsgehälter begrenzt ist, wenn er auch bei fairer Auswahl nicht eingestellt worden wäre. Geltend machen muss er das innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der Absage, § 15 Abs. 4 AGG. Wie eine Absage ohne angreifbaren Grund aussieht, steht unter Bewerber absagen.
Gehalt in der Stellenanzeige: nennen oder weglassen?
Das Gehalt in der Stellenanzeige beantwortet die erste Frage, die sich ein Bewerber stellt, und deshalb lohnt es sich, bewusst darüber zu entscheiden statt aus Gewohnheit. Wer es nennt, nennt es als Zahl: einen Stundenlohn, eine Monatsspanne, die Zuschläge. „Überdurchschnittlich“ oder „leistungsgerecht“ klingt für viele Bewerber nach einer Zahl, die man lieber nicht sagen will.
In den Onboarding-Bögen sehen wir beim Gehalt dasselbe Muster wie beim ersten Satz. Ein Elektrobetrieb schrieb bei der Vergütung „überdurchschnittlich“ und nannte zwei Fragen später einen Stundenlohn als feste Spanne und ein Weihnachtsgeld im vierstelligen Bereich. Das Zweite ist ein Argument, das Erste nicht.
Weglassen ist eine Entscheidung, keine Lücke. Riediger Hallenmontagen hat das Gehalt bewusst nicht in die Anzeige geschrieben, weil es gegen die Tariflöhne der Autoindustrie vor der Haustür verloren hätte, und stattdessen mit der Arbeit selbst und einem Team von 15 Leuten geworben. Auf die Monteurstelle kamen 64 Bewerbungen. Das Gehalt gehört dann ins erste Telefonat und nicht erst in die zweite Gesprächsrunde.
Fehler beim Stellenanzeigen schreiben
Fehler beim Stellenanzeigen schreiben kosten selten eine Abmahnung, aber oft Bewerbungen, die nie geschrieben werden. Die meisten davon lassen sich vor dem Veröffentlichen in wenigen Minuten beheben.
Eigenschaften ohne Beispiel
Familiär, modern, wertschätzend: Jedes dieser Wörter braucht ein Beispiel aus dem Alltag daneben. Ohne Beispiel steht es in jeder Anzeige der Region und unterscheidet nichts.
Eine Anzeige für mehrere Berufe
Monteur, Bürokraft und Auszubildender entscheiden nach verschiedenen Dingen. Ein gemeinsamer Text trifft keinen von ihnen richtig.
Die Wunschliste als Anforderung
Zehn Muss-Kriterien schrecken Leute ab, die acht davon erfüllen. Was sich im Betrieb einarbeiten lässt, gehört nicht zu den Anforderungen.
Ein Versprechen, das der Alltag nicht hält
Wer geregelte Arbeitszeiten schreibt und regelmäßig samstags arbeiten lässt, findet Leute, die in der Probezeit wieder gehen. Was in der Anzeige steht, prüft der Neue spätestens beim Probearbeiten.
Kein Name, keine Nummer
Eine Sammeladresse ohne Ansprechpartner wirkt wie eine Behörde. Ein Vorname und eine Telefonnummer senken die Hürde für jemanden, der eigentlich nur mal fragen will.
Text vom Generator ohne eigene Tatsache
Ein KI-Generator liefert in Minuten eine saubere Rohfassung. Den einen Satz, der nur im eigenen Betrieb stimmt, kennt er nicht, und ohne ihn sieht die Anzeige aus wie alle anderen.
Checkliste: Stellenanzeige prüfen, bevor sie online geht
Eine Checkliste für die Stellenanzeige fängt vor dem Veröffentlichen ab, was später Bewerbungen kostet. Die Punkte lassen sich direkt auf der Seite abhaken.
Titel und erster Satz
Inhalt
Recht
Bewerbung
Wie die fertige Stellenanzeige zu Leuten kommt, die nicht suchen
Eine fertige Stellenanzeige erreicht auf einer Jobbörse trotzdem nur, wer dort gerade sucht. Der gute Anlagenmechaniker sitzt in einem anderen Betrieb und öffnet kein Portal, er sieht die Anzeige nur, wenn sie ihm abends im Feed begegnet. Was die großen Portale kosten und für wen sie sich lohnen, steht unter Jobbörsen und ihre Kosten.
Diesen Teil übernehmen wir für Handwerks- und Industriebetriebe. Im Onboarding suchen wir den Grund zu wechseln, der im Betrieb schon da ist, schreiben für jeden Beruf eine eigene Ansprache, fotografieren und filmen an einem Drehtag im Betrieb oder starten mit einem KI-Shooting und spielen die Anzeigen dort aus, wo Fachkräfte abends ohnehin sind. Jede Bewerbung wird zeitnah persönlich kontaktiert und nach den vereinbarten Kriterien vorqualifiziert. Wie das als Kampagne mit festem Werbebudget läuft, zeigt Performance Recruiting.
In unseren Kampagnen kostet eine qualifizierte Bewerbung dabei 16 bis 44 Euro Werbebudget, brutto und ohne unsere Vergütung. Das Gespräch führt der Betrieb, und er entscheidet, wer passt.
„Das war unsere eigene Denkweise. Wir haben zu altertümlich gedacht und haben einfach diese ursprünglichen Dinge probiert, wie Anzeigen in den Printmedien.“
Sandra Schmalzgruber, Schmalzgruber Möbelmanufaktur GmbHDas ganze Interview ansehen
Die Schmalzgruber Möbelmanufaktur in Niederbayern hatte vorher Anzeigen in Printmedien und klassische Stellenanzeigen im Internet geschaltet. Nach den Worten von Sandra Schmalzgruber hat das überhaupt nicht funktioniert, über die sozialen Netzwerke kamen die ersten Bewerbungen nach zwei bis drei Wochen.
Fragen zum Schreiben einer Stellenanzeige
Wie schreibe ich eine gute Stellenanzeige?
Eine gute Stellenanzeige beginnt mit einem Grund zu wechseln, der nur auf den eigenen Betrieb passt, etwa einer Arbeitszeit mit Uhrzeit, dem Einsatzgebiet oder der Maschine. Danach folgen der Arbeitsalltag, das Angebot als nachprüfbare Tatsachen, wenige ehrliche Anforderungen, das Gehalt als Zahl oder bewusst fürs Gespräch und ein kurzer Bewerbungsweg mit Ansprechpartner.
Wie ist eine Stellenanzeige aufgebaut?
Eine Stellenanzeige hat sieben Teile: den Titel mit Beruf, (m/w/d) und Ort, einen ersten Satz mit dem Grund zu wechseln, den Arbeitsalltag, das Angebot, die Anforderungen, das Gehalt und den Bewerbungsweg. Die Reihenfolge folgt den Fragen, die sich ein Bewerber beim Lesen stellt.
Was muss in einer Stellenausschreibung stehen?
In eine Stellenausschreibung gehören Beruf und Einsatzort, der Arbeitsalltag, die Arbeitsbedingungen, die Anforderungen und der Weg zur Bewerbung. Das AGG schreibt keinen bestimmten Inhalt vor, verbietet aber in § 11, eine Stelle benachteiligend auszuschreiben, etwa nur für ein Geschlecht oder eine Altersgruppe.
Muss in einer Stellenanzeige (m/w/d) stehen?
Wörtlich verlangt das Gesetz den Zusatz nicht. Die Anzeige darf aber niemanden wegen des Geschlechts ausschließen, § 11 AGG, und (m/w/d) hinter der Berufsbezeichnung ist die übliche Form, das sicherzustellen.
Was bedeutet AIDA bei einer Stellenanzeige?
AIDA steht für Attention, Interest, Desire und Action, also Aufmerksamkeit, Interesse, Verlangen und Handlung. In einer Stellenanzeige entspricht das dem Titel und ersten Satz, dem Arbeitsalltag, dem Angebot samt Gehalt und dem kurzen Weg zur Bewerbung.
Soll eine Stellenanzeige duzen oder siezen?
Das entscheidet der Ton im Betrieb. Wer in Werkstatt und auf der Baustelle duzt, darf das auch in der Anzeige tun. Wichtiger ist, dass sie so klingt, wie im Betrieb geredet wird, und nicht wie ein Formular.
Quellen
Zahlen aus eigenen Kampagnen stehen im Text und sind dort als solche gekennzeichnet. Hier steht, worauf sich alles Übrige stützt.
- [1]§ 11 AGG, Ausschreibung · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, geprüft am 2026-09-29Belegt: Ein Arbeitsplatz darf nicht unter Verstoß gegen § 7 Abs. 1 AGG ausgeschrieben werden.
- [2]§ 1 AGG, Ziel des Gesetzes · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, geprüft am 2026-09-23Belegt: Die sechs Merkmale, nach denen im Bewerbungsverfahren nicht benachteiligt werden darf.
- [3]§ 6 AGG, Persönlicher Anwendungsbereich · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, geprüft am 2026-09-29Belegt: Als Beschäftigte gelten auch Bewerberinnen und Bewerber, Absatz 1.
- [4]§ 8 AGG, Zulässige unterschiedliche Behandlung wegen beruflicher Anforderungen · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, geprüft am 2026-09-29Belegt: Unterschiedliche Behandlung nur bei einer wesentlichen und entscheidenden beruflichen Anforderung, Absatz 1.
- [5]§ 15 AGG, Entschädigung und Schadensersatz · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, geprüft am 2026-09-29Belegt: Entschädigung bei Nichteinstellung höchstens drei Monatsgehälter, wenn auch bei benachteiligungsfreier Auswahl keine Einstellung erfolgt wäre (Abs. 2), Frist von zwei Monaten ab Zugang der Ablehnung (Abs. 4).
- [6]§ 22 AGG, Beweislast · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, geprüft am 2026-09-29Belegt: Bei Indizien für eine Benachteiligung trägt die andere Partei die Beweislast.
- [7]§ 22 PStG, Fehlende Angaben · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, geprüft am 2026-09-29Belegt: Eintrag ohne Angabe des Geschlechts oder mit der Angabe „divers“, Absatz 3.
Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Die Gesetzestexte sind auf dem Stand vom 29.09.2026. Die Zahlen der Fälle stammen aus unseren eigenen Kampagnen, Ausgangslage und alle Stellen stehen jeweils im verlinkten Fall. Auszüge aus Onboarding-Bögen sind sinngemäß und ohne Namen wiedergegeben.
Herausgeber: Redline Grow, Stuttgart. Verantwortlich für den Inhalt: Danial Kashanian.
Zuletzt geprüft am . Geprüft heißt: Jede Zahl auf dieser Seite wurde an diesem Tag gegen die Quelle gehalten, die im Quellenkasten steht.
Zu jeder Zahl ist festgehalten, was genau gezählt wird, auf welchen Zeitraum sie sich bezieht und wo sie nachprüfbar steht. Das steht öffentlich auf Zahlen und Quellen.
Keine Zeit, den ersten Satz zu suchen? Den finden wir.
Im Erstgespräch klären wir, was den Betrieb für die offene Stelle ausmacht, welchen Beruf die Anzeige ansprechen soll und wie sie Fachkräfte erreicht, die gerade nicht suchen.
