Employer Branding Maßnahmen, die Bewerber glauben
Employer Branding Maßnahmen wirken im Handwerk nur, wenn ein Bewerber sie nachprüfen kann. Familiäres Team, faire Bezahlung und moderne Ausstattung stehen in so vielen Anzeigen, dass kaum noch jemand sie glaubt. Dass ein Metallbaubetrieb seit 2023 die 4-Tage-Woche hat oder dass bei einem Caravanhändler jeder Mitarbeiter zwei Wochen im Jahr kostenlos mit dem Reisemobil in den Urlaub fährt, liest dagegen auch ein Geselle, der gerade gar nicht sucht.
Die Maßnahmen haben deshalb zwei Hälften. Nach innen geht es darum, was im Betrieb tatsächlich besser läuft als anderswo, nach außen darum, dass Bewerber genau das zu sehen bekommen. Die erste Hälfte verlangt vor allem Ehrlichkeit, die zweite funktioniert ohne die erste nicht.

Inhalt
- Warum Employer Branding Maßnahmen oft verpuffen
- Employer Branding Maßnahmen nach innen: was im Betrieb stimmen muss
- Employer Branding Maßnahmen nach außen: wo Bewerber hinschauen
- Employer Branding Beispiele aus unseren Kampagnen
- Welche Employer Branding Maßnahmen sich abgeben lassen
- Fragen zu Employer Branding Maßnahmen
Warum Employer Branding Maßnahmen oft verpuffen
Employer Branding Maßnahmen verpuffen oft, weil sie Eigenschaften behaupten, die jeder Betrieb von sich behauptet. Ein guter Geselle mit fester Stelle vergleicht eine Anzeige nicht mit anderen Anzeigen, sondern mit seinem eigenen Alltag. Liest er dieselben Wörter, die sein jetziger Chef auch benutzt, fehlt ihm der Grund zu wechseln. Die Stelle bleibt offen, und die Arbeit verteilt sich weiter auf die Leute, die schon da sind.
Der Unterschied liegt selten im Budget. Er liegt darin, ob aus einer Eigenschaft eine Tatsache wird, die ein Bewerber im Gespräch oder am Probetag wiederfindet. So sieht das in Betrieben aus, für die wir Kampagnen gemacht haben:
- Flache HierarchienDer Chef packt selber mit an und ist sich für keine Arbeit zu schade.
- Geregelte Arbeitszeiten35-Stunden-Woche, Feierabend um 14:45 Uhr, Einsätze nur im Tagespendelbereich.
- Work-Life-BalanceKeine Samstagsarbeit, Brückentage frei, zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen.
- Attraktive ZusatzleistungenDer eigene Wagen darf nach Feierabend in der Werkstatt repariert werden.
- Abwechslungsreiche AufgabenKein Lkw-Aufbau gleicht dem anderen, und wer will, wechselt innerhalb der Firmengruppe in einen anderen Bereich.
- EntwicklungsmöglichkeitenWeiterbildung in Photovoltaik, Smart Home und E-Mobilität, danach der Schritt zum Obermonteur oder Bauleiter.
Jede dieser Tatsachen lässt sich im Gespräch oder am Probetag überprüfen, und genau das macht sie glaubwürdig. In den Onboarding-Bögen unserer Kunden standen solche Punkte selten bei der Frage, warum jemand dort arbeiten sollte. Dort stand oft „familiär“ und „modern“. Die Tatsachen fanden sich weiter hinten, bei Arbeitszeiten, Rahmenbedingungen und Wechselgründen.
Employer Branding Maßnahmen nach innen: was im Betrieb stimmen muss
Employer Branding Maßnahmen nach innen entscheiden, ob es überhaupt etwas Wahres zu zeigen gibt. Eine Kampagne, die geregelte Arbeitszeiten verspricht, während die Mannschaft regelmäßig samstags antritt, bringt Leute in den Betrieb, die oft nach wenigen Monaten wieder gehen. Dann hat die Suche Geld gekostet, und die Stelle ist trotzdem wieder offen.
Die eigenen Leute fragen, warum sie bleiben
Die Mitarbeiter, die seit Jahren da sind, kennen das Argument des Betriebs besser als jedes Leitbild. Ein ehrliches Gespräch abseits der Werkstatt, mit echtem Interesse an der Antwort, bringt mehr als jeder Fragebogen. Das Argument, das wir in Onboarding-Gesprächen am Ende finden, ist selten das Gehalt und oft etwas, das im Betrieb längst selbstverständlich ist.
Typische Wechselgründe im eigenen Betrieb prüfen
Wenn wir im Onboarding fragen, warum Fachkräfte in der Branche den Arbeitgeber wechseln, nennen Betriebe immer wieder dieselben Punkte: geregelte Arbeitszeiten, vernünftiges Werkzeug, ein kurzer Arbeitsweg und ein Chef mit offenem Ohr. Was davon im eigenen Betrieb fehlt, wird zuerst behoben und erst dann beworben.
Schwächen offen benennen
Ein Produktionsbetrieb aus unseren Kampagnen sagt offen, dass er beim Gehalt nicht mit der Industrie mithalten kann. Dafür gibt es dort wenig Bürokratie, keine langen Dienstwege und schnelle Gehaltsschritte, wenn die Leistung stimmt. Eine ehrlich benannte Schwäche macht den Rest glaubwürdiger als ein behauptetes Spitzengehalt.
Führung im Alltag zeigen
Ob der Chef mit anpackt oder über den Leuten steht, taucht in Onboarding-Gesprächen immer wieder auf, in beide Richtungen. Führung merkt ein Mitarbeiter an Kleinigkeiten: wer die Einteilung macht, wer bei einem Problem auf der Baustelle erreichbar ist und ob gute Arbeit beim Kunden im Betrieb überhaupt ankommt.
Die ersten Wochen planen
Ob der Wechsel richtig war, entscheidet ein neuer Mitarbeiter oft in den ersten Wochen, auch wenn er erst Monate später geht. Ein fertiger Arbeitsplatz am ersten Tag, ein fester Ansprechpartner im Team und nach zwei Wochen ein offenes Gespräch darüber, was anders ist als erwartet, kosten fast nichts und halten Leute, für die der Betrieb lange gesucht hat.

Employer Branding Maßnahmen nach außen: wo Bewerber hinschauen
Employer Branding Maßnahmen nach außen machen sichtbar, was im Betrieb schon stimmt, und zwar dort, wo ein Bewerber nachsieht, bevor er sich meldet. Ein guter Handwerker googelt den Betrieb, schaut auf Instagram, liest Bewertungen und sucht dabei die Antwort auf eine einzige Frage: Wie ist es, dort zu arbeiten?
Echte Bilder statt Bilddatenbank
Ein Handwerker erkennt ein gekauftes Foto meist auf den ersten Blick. Bei einem Drehtag kommen wir in den Betrieb und fotografieren und filmen dort, wo gearbeitet wird, mit den Leuten, die dort arbeiten. Für einen schnellen Start geht auch ein KI-Shooting auf Basis echter Referenzbilder. Wie Aufnahmen aus dem eigenen Betrieb entstehen, zeigt die Seite zum Imagefilm.
Den Unterschied an den Anfang stellen
Was den Betrieb von anderen unterscheidet, gehört in die erste Zeile jeder Anzeige und nicht ins Kleingedruckte. Wer abends durchs Handy scrollt, liest den Anfang und entscheidet dann. Stehen dort Aufgaben und Anforderungen, scrollt er weiter. Steht dort, was im Alltag bei diesem Betrieb anders ist, liest er weiter.
Eine Karriereseite, die Fragen beantwortet
Wer über eine Anzeige neugierig wird, sucht den Betrieb im Netz. Findet er nur Leistungen für Kunden, fehlt die Antwort auf die Frage, wie es dort ist. Für das Autohaus MOSIG in Mühlhausen haben wir deshalb eine eigene Karriereseite gebaut und kurze Videos aus Werkstatt, Annahme und Verkaufsraum dazugestellt. Auf die Serviceberaterstelle, die vorher als schwer zu besetzen galt, kamen 69 Bewerbungen. Der ganze Fall steht unter Autohaus MOSIG.
Menschen zeigen, nicht Maschinen
Ein Kanal, dessen letzter Beitrag lange zurückliegt oder der nur Maschinen und Grafiken zeigt, sagt einem Bewerber mehr über den Betrieb, als dem Betrieb lieb ist. Nutzfahrzeuge Bargeshagen hat für seine Kampagne kleine Rollen eingespielt, und im Video-Interview nennt der Geschäftsführer genau diese Rollen das Außergewöhnliche an der Kampagne. Wer für regelmäßige Beiträge keine Zeit hat, kann die Social-Media-Betreuung abgeben.
Bewertungen ernst nehmen
Was aktuelle und ehemalige Mitarbeiter im Netz über den Betrieb schreiben, lesen viele Bewerber, bevor sie anrufen. Eine sachliche Antwort auf eine schlechte Bewertung sagt mehr über die Führung als jede Selbstbeschreibung. Zufriedene Mitarbeiter um eine ehrliche Bewertung zu bitten, kostet nichts.
Ein Bewerbungsweg, der zum Versprechen passt
Wer sich abends auf dem Handy bewirbt und erst Tage später eine Mail bekommt, hat sich über den Betrieb längst ein Bild gemacht. Ein kurzes Formular ohne Unterlagen, ein Anruf noch am selben Tag und ein Probetag, der schon in der Anzeige steht, zeigen mehr als jeder Satz über Wertschätzung. Beim Freizeit-Center Albrecht stand das Angebot, ein bis drei Tage zur Probe mitzuarbeiten, von Anfang an in der Anzeige. Auf die vier Stellen kamen 370 Bewerbungen, alle vier sind besetzt.
„Durch den Fototermin, den wir hatten, der sehr gut war, fanden sich die Mitarbeiter da eingebunden einfach.“
Andreas Kreissl, Geschäftsführer und Werkstattleitung, Autohaus Komet GmbHDas ganze Interview ansehen
Echte Aufnahmen wirken dabei in beide Richtungen. Im Autohaus Komet haben die Mitarbeiter nachgefragt, was beim Fototermin passiert, die Bilder später auf Instagram gesehen und sich nach den Worten des Geschäftsführers dadurch eingebunden gefühlt.
Zur Arbeitgebermarke gehört auch, was nach der Bewerbung passiert: die Fragen im Vorstellungsgespräch, ein fairer Probetag und eine ordentliche Absage für alle, die es nicht werden. Beim selben Autohaus haben Bewerber dem Geschäftsführer zurückgemeldet, wie freundlich die Kommunikation mit ihnen war.

Employer Branding Beispiele aus unseren Kampagnen
Employer Branding Beispiele aus unseren Kampagnen zeigen immer wieder dasselbe Muster: Das Argument, das am Ende gezogen hat, gab es im Betrieb schon vorher. Es stand nur nirgends, wo ein Bewerber es hätte lesen können.
metallbau Heimsch: die 4-Tage-Woche nach vorne
Der Metallbaubetrieb aus Stuttgart-Degerloch hat die 4-Tage-Woche 2023 eingeführt, in seinen Anzeigen stand sie nie. Die Kampagne hat die 4-Tage-Woche an den Anfang gestellt, dazu kamen Aufnahmen aus der Werkstatt und eine neue Karriereseite. Auf eine einzige Metallbauerstelle kamen 157 Bewerbungen. Der ganze Fall steht unter metallbau Heimsch.
Caravan Daalmann: Reisemobil statt Floskel
Sechs offene Stellen bei 14 Mitarbeitern, in einer ländlichen Ecke Niedersachsens nah an der niederländischen Grenze. Aus sechs Einzelanzeigen wurde eine Arbeitgeberkampagne mit einem Aufhänger für alle: zwei Wochen Reisemobil im Jahr, kostenlos. Dazu kam, dass dort niemand aus Not einspringen muss, weil jeder die Aufgabe eines Kollegen mitlernt. Auf die vier ausgezählten Stellen kamen 266 Bewerbungen, fünf der sechs Stellen sind besetzt. Der ganze Fall steht unter Caravan Daalmann.
Autohaus Pfützenreuter: was der Betrieb nicht verlangt
Ein Autoverkäufer wechselt selten wegen einer Anzeige. Er wechselt wegen Verkaufsdruck vom Hersteller, Provisionen, die niemand nachrechnen kann, und Kollegen, die um denselben Kunden kämpfen. Die Anzeige des Familienbetriebs aus Bleicherode hat deshalb nicht damit geworben, was er bietet, sondern damit, was er nicht verlangt. Der neue Verkäufer war in unter 2 Monaten da. Der ganze Fall steht unter Autohaus Pfützenreuter.
Welche Employer Branding Maßnahmen sich abgeben lassen
Employer Branding Maßnahmen nach innen muss der Betrieb selbst entscheiden, die Maßnahmen nach außen lassen sich zum großen Teil abgeben. Arbeitszeiten, Werkzeug, Einarbeitung und Führung liegen beim Chef. Bilder, Karriereseite, Anzeigen und der schnelle Rückruf kosten dagegen vor allem Zeit, und die fehlt im Tagesgeschäft zuerst.
Wir übernehmen den Teil nach außen. Im Onboarding suchen wir das Argument, das im Betrieb schon da ist, wir kommen für einen Drehtag vorbei oder starten mit einem KI-Shooting, bauen Karriereseite und Kampagne und rufen jede Bewerbung zeitnah an. Der Betrieb führt die Gespräche und entscheidet, wer passt. Was davon ein Projekt umfasst, legt das Angebot fest. Wie das als Leistung aussieht, zeigt die Seite Arbeitgebermarke aufbauen lassen.
Eine Arbeitgebermarke, die keine Bewerbungen bringt, ist teure Dekoration. In einer Auswertung unserer Kunden hängen Mitarbeitergewinnung und Arbeitgebermarke eng zusammen: 35 von 45 Betrieben, die nach der ersten Leistung eine weitere gebucht haben, nahmen Arbeitgebermarke, Social Media oder Karriereseite dazu.
Fragen zu Employer Branding Maßnahmen
Was sind Employer Branding Maßnahmen?
Employer Branding Maßnahmen sind alles, was ein Betrieb tut, damit er als Arbeitgeber so wahrgenommen wird, wie er wirklich ist. Nach innen gehören dazu Arbeitszeiten, Führung und Einarbeitung, nach außen echte Bilder, Karriereseite, Social Media, Bewertungen und ein kurzer Bewerbungsweg.
Welche Employer Branding Maßnahmen gibt es?
Nach innen: die eigenen Leute fragen, warum sie bleiben, typische Wechselgründe im Betrieb beheben, Schwächen offen benennen, Führung im Alltag zeigen und die ersten Wochen planen. Nach außen: echte Bilder aus dem Betrieb, das eigene Argument vorne in der Anzeige, eine Karriereseite, Social Media mit Menschen statt Maschinen, der Umgang mit Bewertungen und ein Bewerbungsweg mit schnellem Rückruf.
Was ist ein Beispiel für Employer Branding?
Ein gutes Beispiel für Employer Branding ist metallbau Heimsch aus Stuttgart. Der Betrieb hat seit 2023 die 4-Tage-Woche, in seinen Anzeigen stand das aber nie. Als die 4-Tage-Woche ganz vorne stand, kamen auf eine Metallbauerstelle mehr Bewerbungen als in den sieben Monaten Jobbörse davor.
Was ist der Unterschied zwischen internem und externem Employer Branding?
Internes Employer Branding richtet sich an die eigenen Mitarbeiter und sorgt dafür, dass das Versprechen im Alltag stimmt. Externes Employer Branding trägt dieses Versprechen zu Bewerbern, über Bilder, Karriereseite, Social Media und Anzeigen. Ohne das interne wird das externe schnell zur Behauptung.
Welche Employer Branding Maßnahmen eignen sich für kleine Unternehmen?
Für kleine Betriebe eignen sich Maßnahmen, die ohne eigene Personalabteilung laufen: die eigenen Leute fragen, warum sie bleiben, echte Fotos aus dem Betrieb zeigen, eine Bewerbung ohne Unterlagen möglich machen und jede Bewerbung schnell zurückrufen. Ein kleiner Betrieb hat dabei einen Vorteil, den ein Konzern nicht hat: Der Bewerber sieht, mit wem er es jeden Tag zu tun hätte.
Was kostet Employer Branding?
Was Employer Branding kostet, hängt vor allem an den Maßnahmen nach außen. Eine Karriereseite kostet bei uns meist rund 1.500 bis 2.500 Euro, für eine Kampagne kommen 20 Euro Werbebudget pro Tag dazu. Was eine Begleitung insgesamt kostet, steht nach dem Erstgespräch im Angebot.
Die Zahlen der Beispiele stammen aus unseren eigenen Kampagnen. Ausgangslage, Ablauf und alle Stellen stehen jeweils im verlinkten Fall. Beispiele ohne Firmennamen stammen aus den Onboarding-Bögen unserer Kunden und sind sinngemäß wiedergegeben.
Herausgeber: Redline Grow, Stuttgart. Verantwortlich für den Inhalt: Danial Kashanian.
Zuletzt geprüft am . Geprüft heißt: Jede Zahl auf dieser Seite wurde an diesem Tag gegen die Quelle gehalten, die im Quellenkasten steht.
Zu jeder Zahl ist festgehalten, was genau gezählt wird, auf welchen Zeitraum sie sich bezieht und wo sie nachprüfbar steht. Das steht öffentlich auf Zahlen und Quellen.
Der Betrieb ist besser, als er online aussieht? Dann zeigen wir das.
Im Erstgespräch suchen wir das Argument, das im Betrieb schon da ist, und sagen offen, welche Maßnahmen für die offene Stelle zuerst etwas bringen.
